Prokrastination – wenn Wissen nicht reicht

Sie wissen genau, was zu tun wäre. Sie wissen auch, dass Sie es wieder nicht tun werden – zumindest nicht jetzt. Vielleicht gleich. Vielleicht nach diesem einen Video, nach dieser Tasse Kaffee, nach dem Wochenende.

Das Merkwürdige an Prokrastination ist nicht die Faulheit – die ist es meistens gar nicht. Es ist dieses seltsame Nebeneinander aus Wissen und Nicht-Können. Und dahinter steckt fast immer dasselbe Prinzip: Die Aufgabe löst ein unangenehmes Gefühl aus – Angst, Überforderung, Scham, das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Und das Aufschieben macht dieses Gefühl sofort, zuverlässig und mühelos erträglicher. Es ist keine Charakterschwäche. Es ist Emotionsregulation – nur eine, die kurzfristig funktioniert und langfristig den Druck erhöht.

Deshalb helfen Zeitmanagement-Tipps und To-do-Listen so selten. Sie adressieren das falsche Problem. Wer lernen will, wirklich anders mit dem Aufschieben umzugehen, muss verstehen, welche Gefühle er damit reguliert – und langsam neue Wege entwickeln, mit diesen Gefühlen umzugehen. Das ist keine Frage der Disziplin, sondern der Selbstregulation.

In der Therapie schauen wir gemeinsam genau das an: Was löst bei Ihnen den Rückzug aus? Welche Situationen, welche Aufgaben, welche inneren Überzeugungen aktivieren das Muster? Und was braucht es, damit Sie dort nicht mehr in Flucht geraten? Das ist ein Prozess – kein Schalter, den man umlegt, sondern etwas, das sich in kleinen, stabilen Schritten verändert.

Wenn Sie das Gefühl haben, den Weg nicht allein gehen zu wollen – rufen Sie mich gern an.

Oft suchen Betroffene Hilfe bei digitalen Tools oder Apps. Warum diese bei tief sitzenden Blockaden oft an ihre Grenzen stoßen, lesen Sie in meinem Plädoyer zu Psychotherapie und KI.

Erste Hilfe & Notfall-Plan

Arbeitsbuch Notfall-Plan gegen Aufschieben und Prokrastination – Dr. Monika Wolff

Arbeitsbuch mit neuropsychologischen Hintergründen und konkreten Übungen

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